
Darts hat eine eigene Sprache — und wer sie nicht spricht, wettet im Blindflug. Checkout, Oche, Bust, Dead Rubber: Begriffe, die in Kommentaren, Statistiken und Wettangeboten ständig auftauchen, dabei aber selten erklärt werden. Dieses Glossar schließt die Lücke. Alle wichtigen Spiel- und Wettbegriffe, kompakt und präzise — damit kein Einsatz mehr auf einem Missverständnis basiert.
Spielbegriffe A–L
Average (Three-Dart-Average)
Der Three-Dart-Average ist die Kernkennzahl im professionellen Darts. Er gibt an, wie viele Punkte ein Spieler im Durchschnitt pro drei Darts erzielt — berechnet über alle Visits eines Matches oder Turniers. Ein Average von 100 gilt im PDC-Kontext als solide, ab 105 ist man im oberen Mittelfeld, ab 110 in der Weltklasse. Luke Littler erzielte bei der WM 2025 einen Three-Dart-Set-Average von 140,91 — der höchste jemals bei einer Weltmeisterschaft gemessene Wert.
Bust
Ein Bust liegt vor, wenn ein Spieler beim Checkout-Versuch eine Punktzahl überschreitet, die ihn auf 0 oder 1 bringen würde. Beispiel: Der Spieler steht auf 32 und trifft Single 20 — verbleiben 12. Er zielt auf Double 6 und trifft versehentlich Single 6 — verbleiben 6. Dann trifft er Triple 2 — das wären minus 6 Punkte, also ein Bust. Der Legstand wird auf die ursprünglichen 32 zurückgesetzt, und der Gegner übernimmt den Wurf. Bust-Häufungen sind ein verlässlicher Indikator für Nervenprobleme am Doppel.
Checkout
Der Checkout ist das Finishen eines Legs: der Spieler bringt seinen Restbestand exakt auf 0, wobei der letzte Dart zwingend ein Doppelfeld oder das Bull (50 Punkte) treffen muss. Das einfachste Checkout ist Double 1 (2 Punkte); das höchstmögliche ist 170 — Triple 20, Triple 20, Bull. Checkout-Quoten über 40 Prozent gelten auf PDC-Niveau als sehr gut; unter 35 Prozent ist Nachbesserungsbedarf erkennbar.
Double
Das äußere schmale Ring-Segment des Dartboards verdoppelt den Wert des jeweiligen Feldes. Double 20 zählt 40 Punkte, Double 1 zählt 2. Besondere Bedeutung hat das Double im Spielablauf: Nur ein Treffer auf ein Doppelfeld oder das Bull beendet ein Leg. Die Genauigkeit am Doppel ist deshalb eine der meistbeobachteten Statistiken — und eine der entscheidenden für Checkout-Wetten.
Double-Out
Das Spielprinzip beim Standard-501-Format: Ein Leg ist nur gewonnen, wenn der letzte Dart auf einem Doppelfeld oder dem Bull (25 zählt hier als Single, 50 als Double) landet. Trifft der Spieler auf ein anderes Feld und kommt dabei auf 0, ist das ein Bust. Alle PDC-Profiturniere verwenden Double-Out.
501
Das Standardformat im professionellen Darts. Beide Spieler starten mit 501 Punkten und reduzieren ihren Reststand durch Treffer. Wer zuerst exakt auf 0 kommt — mit einem Doppel als letztem Dart — gewinnt das Leg. Ein Leg dauert je nach Stärke der Spieler im Schnitt vier bis sieben Aufnahmen. Bei hohem Average beider Spieler — etwa über 105 — sind Legs in neun Darts theoretisch möglich, in der Praxis aber selten.
Floor Average
Der auf kleineren, nicht-TV-übertragenen Turnieren erzielte Durchschnittswert eines Spielers (Players Championships, Challenge Tour). Im Gegensatz zum TV-Average fehlt hier der Crowd-Druck großer Venues. Manche Spieler performen auf dem Floor konstant stärker als unter TV-Kameras — ein für Value-Wetter relevanter Unterschied.
Leg
Ein einzelnes Spiel innerhalb eines Matches: Beide Spieler starten bei 501, der erste mit einem gültigen Checkout gewinnt das Leg. Matches werden entweder rein auf Leg-Basis gespielt (z.B. Best-of-11-Legs) oder im Set-Format, wobei Sets aus mehreren Legs bestehen. Die Unterscheidung ist für Over/Under-Wetten auf Total Legs entscheidend.
Spielbegriffe M–Z
Maximum (180)
Drei Treffer auf Triple 20 in einer Aufnahme ergeben 180 Punkte — das Maximum, das mit drei Darts erreichbar ist. Luke Littler warf im Jahr 2024 insgesamt 771 Maximums und brach damit den bis dahin gültigen Rekord von Michael Smith. Gary Anderson erzielte im selben Jahr im Schnitt 4,04 Maximums pro zehn Legs — der beste Wert auf der PDC Tour. Der 180er ist ein eigenständiger Wettmarkt: Angeboten wird unter anderem Most 180s im Match, Over/Under auf die Gesamtzahl und First 180 (wer wirft zuerst).
Nine-Darter
Das perfekte Leg: 501 Punkte in exakt neun Darts. Der Standardweg ist Triple 20 dreimal (60), dreimal (60), dreimal (60) — dann Triple 17 und Double 18 oder eine der wenigen anderen gültigen Finish-Kombinationen. PDC-Statistiker Christopher Kempf berechnete die Wahrscheinlichkeit auf 1.456:1 pro Leg oder 2.912:1 pro Spielerversuch. Wetten auf einen Nine-Darter im Match oder Turnier bieten entsprechend hohe Quoten — und niedrigen Erwartungswert.
Oche
Die Abwurflinie, hinter der der Spieler beim Werfen stehen muss. Im professionellen Darts liegt die Oche 2,37 Meter vom Dartboard entfernt. Der Begriff ist gleichbedeutend mit dem deutschen Begriff „Abwurflinie“ — im internationalen Sprachgebrauch jedoch deutlich geläufiger.
Out-Shot / Finish
Der Checkout-Plan für einen bestimmten Reststand. Profis kennen für alle Restbestände von 2 bis 170 die optimalen Wurfwege. Ein 121-Finish etwa lässt sich über Triple 19, Triple 14, Double 7 lösen — oder über Triple 17, Triple 20, Double 5. Die Wahl hängt von der bevorzugten Doppelregion des Spielers ab. Damon Heta vollendete 2024 Ton-Plus-Checkouts mit einer Rate von 14 Prozent — der beste Wert auf Tour.
Set
Eine Gruppeneinheit aus mehreren Legs. Im WM-Format werden Sets gespielt: Wer zuerst drei Legs in einem Set gewinnt, holt das Set. Wer zuerst die geforderte Anzahl Sets erreicht, gewinnt das Match. Das Set-Format erhöht die Matchlänge deutlich und mindert die Wahrscheinlichkeit von Upset-Ergebnissen, weil mehr Legs gespielt werden müssen — relevant für Over/Under-Wetten auf Total Sets oder Total Legs.
Ton-Plus-Checkout
Ein Checkout von 100 Punkten oder mehr. Gilt als Zeichen für hohe Finishing-Qualität, da die Wurfkombinationen komplexer werden. Vom Buchmachers-Markt aus betrachtet: Es gibt Wetten auf Total Ton-Plus-Checkouts im Match, Highest-Checkout-Wetten und Spezialmarktangebote auf den 170er-Finish.
Triple
Das innere schmale Ring-Segment des Dartboards verdreifacht den Wert des jeweiligen Feldes. Triple 20 ist das meistangesteuerte Feld im Scoring — es ergibt 60 Punkte pro Dart, das theoretische Maximum für einen Einzelwurf. Bei der Checkout-Phase wechseln Profis je nach Reststand gezielt zu anderen Triple-Feldern (Triple 19 für ungerade Restbeträge etc.).
Visit
Eine Aufnahme: drei Darts in Folge. Der Three-Dart-Average wird pro Visit berechnet. Der First Nine Average misst die ersten drei Visits eines Legs — also neun Darts — und bildet damit die reine Scoring-Phase ab, bevor der Checkout-Druck einsetzt.
Wettbegriffe beim Darts
Dead Rubber
Ein Spiel, dessen Ergebnis keinen Einfluss mehr auf die Turnierwertung hat — weil der Sieger einer Gruppe oder Runde bereits feststeht. Im Grand Slam of Darts mit seiner Gruppenphase können Dead Rubbers entstehen, wenn ein Spieler bereits qualifiziert oder eliminiert ist. Für Wetter ist das relevant: Spieler im Dead Rubber haben weniger Motivation, Höchstleistungen zu erbringen — was den erwarteten Average und damit Total-Legs-Wetten beeinflusst.
Handicap-Wette
Der Buchmacher gleicht die unterschiedliche Stärke zweier Spieler durch einen künstlichen Leg- oder Set-Vorsprung aus. Beispiel: Spieler A bekommt +2,5 Legs Handicap. Das bedeutet: Selbst wenn Spieler A 3:5 verliert, gewinnt die Handicap-Wette auf A, weil 3 + 2,5 = 5,5 — mehr als die 5 Legs des Gegners. Handicap-Wetten erhöhen die Quote auf den Favoriten und reduzieren das Risiko bei klaren Kräfteverhältnissen.
Implied Probability
Die im Angebot des Buchmachers eingepreiste Gewinnwahrscheinlichkeit, berechnet aus der Quote: Implied Probability = 1 / Quote × 100. Bei einer Quote von 2,50 ergibt das 40 Prozent. Liegt die eigene Einschätzung über dieser Wahrscheinlichkeit, gibt es theoretisch Value. Der Unterschied zwischen eigener und eingepreister Wahrscheinlichkeit ist das Kernprinzip des Value Betting.
Langzeitwette (Outrights)
Wette auf ein Turnierergebnis — Sieger, Finalist, Top-4 — vor oder während des Turniers. Quoten sind höher als bei Einzelmatch-Wetten, Varianz ebenfalls. Der optimale Zeitpunkt für Langzeitwetten auf den Turniersieg liegt oft kurz nach dem Draw, wenn Bracket-Stärken noch nicht vollständig eingepreist sind.
Over/Under
Wette auf die Gesamtzahl eines bestimmten Ereignisses im Match — Total Legs, Total Sets, Total 180er. Der Buchmacher setzt eine Linie; der Wetter entscheidet, ob das tatsächliche Ergebnis darüber (Over) oder darunter (Under) liegt. Beim Darts ist Over/Under Total Legs einer der meistgespielten Märkte neben der Siegwette.
Value
Eine Wette hat Value, wenn die angebotene Quote eine höhere Gewinnwahrscheinlichkeit impliziert, als der Wetter für realistisch hält. Mathematisch: Value liegt vor, wenn Eigene Wahrscheinlichkeit (%) × Quote > 1,00. Langfristig profitables Wetten ist ohne Value-Fokus kaum möglich.
Fazit
Wer die Sprache des Darts spricht, wettet präziser. Ein Average von 105 bedeutet etwas anderes als ein Floor Average von 105 auf kleinen Events. Ein Bust ist kein Zufall, sondern ein Signal. Und Value ohne Kenntnis der Implied Probability ist nur ein anderes Wort für Glück. Das Glossar ist der Einstieg — die Anwendung liegt beim Wetter.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet ‚Checkout‘ beim Darts?
Checkout (auch Finish) ist das Abschluss-Wurf auf ein Doppelfeld oder Bull, das die Punktzahl auf genau 0 bringt. Ohne gültigen Doppelabschluss kann ein Leg nicht beendet werden.
Was ist ein ‚Maximum‘ oder ‚180er‘?
Ein Maximum (auch 180er) ist das Ergebnis, wenn alle drei Darts in das Triple-20-Feld treffen — die höchstmögliche Punktzahl mit drei Darts. Luke Littler erzielte 2024 einen Rekord von 771 Maximums.
Was bedeutet ‚Break‘ beim Darts?
Ein Break ist vergleichbar mit dem Tennis: Der Spieler, der nicht aufschlägt (das Leg beginnt), gewinnt das Leg und bricht damit den ‚Service‘ des Aufschlägers. In der Praxis gibt es beim Darts kein Aufschlagsystem — alle Legs starten gleich.